Einstimmiges Ergebnis: Gerhard John bleibt an der Spitze

Ehre und Dank: Ihrer Lebenshilfe bleiben Lorenz Graf und Werner Dumberger treu. Die beiden langjährige Vorstände stellten sich aber nicht der Wiederwahl. Vorsitzender John, stellvertr. Vorsitzende Six und Geschäftsführer Norbert Dünkel zollten beiden ein

Nürnberger Land – Die Mitglieder der Lebenshilfe Nürnberger Land haben auf ihrer Jahreshauptversammlung in Leinburg-Diepersdorf neu gewählt: Gerhard John bleibt an der Spitze des Fachverbands. Mit Isabelle Müller (Lauf) und Werner Merkel (Altdorf) wurden zwei neue Mitglieder ins ehrenamtliche Vorstandsgremium gewählt. Die langjährigen Vorstandsmitglieder Lorenz Graf und Werner Dumberger stellten sich keiner Wiederwahl, bleiben "ihrer Lebenshilfe" aber treu und wurden für ihre Verdienste für Menschen mit Behinderung mit der Ehrenmitgliedschaft gewürdigt. Höhepunkt war die Ehrung langjähriger Mitglieder für 40, 30, 25 und 20 Jahre Verbandstreue. Ausgezeichnet wurde auch Lebenshilfe-Mitarbeiter Andreas Janker für sein Engagement rund um die Organisation des Altstadtfestlaufs zu Gunsten der Lebenshilfe-Stiftung. Grußworte entboten die Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler und Landrat Armin Kroder.


Gut besucht: Die Jahrshauptversammlung der Lebenshilfe Nürnberger Land 2017.

Die Lebenshilfe Nürnberger Land ist eine starke, interessierte und innovative Gemeinschaft, stellten die Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler, als auch Landrat Armin Kroder, in ihren Grußworten heraus. Trotz eines vollen Terminkalenders nehmen sich beide gern Zeit, wenn die Lebenshilfe einlädt. Denn die Lebenshilfe Nürnberger Land, so Bundestagsabgeordnete Mortler wie auch Landrat Kroder in ihren Grußworten, habe in der Region einen wichtigen Stellenwert als Einrichtung zur Förderung und Begleitung für Menschen mit Behinderung, als Arbeitgeber sowie als Auftraggeber. Marlene Mortler lobte die Aktivitäten des Sozialunternehmens. Immer wieder gelänge es der Lebenshilfe, die Schere zwischen Sozialverband, Elternvereinigung und Unternehmen - inzwischen mit einem Bilanzvolumen von 53 Millionen Euro - eindrucksvoll zu schließen.

Ehrenamt für Menschen mit Behinderung

Neuwahlen und die Ehrung langjähriger Mitglieder und Verleihung der Ehrenmitgliedswürde an Werner Dumberger und Lorenz Graf waren Höhepunkte der Jahreshauptversammlung 2017.

In geheimer Wahl bestätigten die Mitglieder Gerhard John einstimmig erneut als Vorsitzenden der Lebenshilfe im Nürnberger Land. John steht dem Verband seit 1996 vor. Sich für Menschen mit Behinderung einzusetzen sei ein Ehrenamt, das ihn aus- und erfülle: "Ich sehe dieses Ergebnis als Zeichen Ihres Vertrauens und der bisher geleisteten Arbeit unseres hervorragenden Vorstandgremiums", so Johns Dank an die Mitgliederversammlung. Erst kürzlich wurde John auch erneut zum stellvertretenden Vorsitzenden der Lebenshilfe Bayern, den Barbara Stamm leitet, gewählt. (Wir berichteten)

Die langjährigen Vorstandsmitglieder Lorenz Graf (seit 2001 im Vorstand) und Werner Dumberger (seit 1997 im Vorstand) stellten sich nicht mehr der Wiederwahl. Ihnen folgen Isabelle Müller aus Lauf und Werner Merkel aus Altdorf in das Gremium. Beide haben schon lange Aufgaben im Verband übernommen und freuen sich nun auf ihre Arbeit im Vorstand. Mit großer Mehrheit wiedergewählt wurden Jürgen Six, der auch wieder stellvertretender Vorsitzender ist, Waltraud Schneider, Günther Spieß, Birgit Topp sowie Matthias Leniger. Neu gewählt wurden Isabelle Müller, Kauffrau aus Lauf und Werner Merkel, selbständiger Steuerberater aus Altdorf. Kassenprüfer bleiben Hans Gemmel, Altbürgermeister Gemeinde Ottensoos und Andreas Kögel, Altbürgermeister Gemeinde Simmelsdorf. 


Graf und Dumberger mit Ehrenmitgliedschaft gewürdigt


Die ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Lorenz Graf und Werner Dumberger werden, wie sie sagten "'ihrer' Lebenshilfe selbstverständlich treu bleiben". Für deren beständiges Engagement für Menschen mit Behinderung wurden beide mit der Ehrenmitgliedschaft gewürdigt. (Vlg. Bild oben)

Organisation mit Zukunft

Jahreshauptversammlung 2017

Die Lebenshilfe Nürnberger Land blickt auf ein arbeits-, ereignis- und erfolgreiches Jahr zurück. Die Berichte des Vorsitzenden John sowie der Geschäftsbericht von Norbert Dünkel spiegelten die Ereignisse und Projekte im großen Umfang wider.

Geschäftsführer Norbert Dünkel freute sich über die gut, vor allem inklusiv besuchte Versammlung, der Betreute ebenso wie Mitarbeiter beiwohnten. Wie hoch die Anerkennung der Lebenshilfe im Landkreis sei, zeige auch die Anwesenheit vieler Vertreter aus Gesellschaft, dem Geschäftsleben und der Politik. Die Bundestagsabgeordnete Mortler nannte er eine "Anwältin von Lebenshilfe-Interessen", die stets ein offenes Ohr für die Belange von benachteiligten Menschen habe.

In seinem Rechenschaftsbericht beleuchtete Norbert Dünkel die finanzielle und bauliche Entwicklung des Vereins. Dabei stellte er den Mitgliedern den Geschäftsbericht 2017 vor, der auf über 80 Seiten Zahlen und Daten sowie die Tätigkeitsschwerpunkte des Geschäftsjahres belege. Die Lebenshilfe, so Dünkel, ist eine Organisation mit Zukunft: Aktuell mit 736 Mitgliedern, 24 Einrichtungen und Diensten rund um Begleitung, Therapie, Förderung und Inklusion und mit 920 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen ein großer, krisenfester Arbeitgeber der Region.

Stolz sei er, denn die Lebenshilfe ist eine gefragte Gemeinschaft für Menschen mit intellektuellen Förderbedarf und deren Familien und eine zentrale Lobby in Punkto Inklusion, insbesondere auch bei der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes. Weiter belegte er mit Zahlen, das ausgewogene Bilanzergebnis. Allein im Jahr 2016 investierte die Lebenshilfe für notwendige Bau- und Sanierungsmaßnahmen mehr als drei Millionen Euro im Nürnberger Land.

Lebenshilfe investiert: Wohnplätze und Modernisierungen

In den kommenden Jahren stehen der Lebenshilfe erneut beträchtliche Ausgaben ins Haus. Dünkel nannte hier u. a. die Schaffung notwendiger Tagesförder-Angebote für Senioren mit Behinderung, die Erweiterung von modernen Wohnplätzen mit Betreuung sowie die Modernisierung bestehender Liegenschaften, wie etwa die vor vierzig Jahren gebaute Dr. Bernhard Leniger Schule in Lauf-Schönberg. Geschäftsführer Norbert Dünkel schaut, dank weitsichtiger Rücklagenbildung, mit Optimismus in die Zukunft.

Hocherfreut zeigte sich der Vorsitzende als auch der Geschäftsführer über die kontinuierlichen Inklusionserfolge im schulischen sowie im Rehabilitationsbereich. Allein im letzten Jahr absolvierten wieder 32 Frauen und Männer mit intellektuellen Beeinträchtigungen aus den Moritzberg-Werkstätten Praktika auf dem regulären Arbeitsmarkt. Das "Betriebspaten-Modell" hat sich bewährt. Außenarbeitsplatzverträge konnten verlängert als auch neu abgeschlossen werden. "Teilhabe und gesellschaftlicher Akzeptanz für Menschen mit Behinderung bleibt unser höchstes Ziel in den kommenden Jahren", so der Tenor der Lebenshilfe-Verantwortlichen. Dennoch will die Lebenshilfe bei all ihren Inklusionsbemühungen und Projekten alle Akteure einbeziehen und wird weiterhin für eine Wahlmöglichkeit, ein "sowohl als auch", der Betreuten und ihrer Familien, plädieren.

Die Mitgliederversammlung entlastete am Ende der Berichte Vorstandschaft und Geschäftsleitung einstimmig für ein gutes und ausgewogenes Haushaltsjahr 2016/2017.

Ehrung

Dank und Anerkennung von Vorstand und Geschäftsleitung für Lebenshilfe-Mitarbeiter Andreas Janker für seine Verdienste als Chef des traditionellen Altstadtfestlaufs.

Höhepunkt und Abschluss der Mitgliederversammlung war die Ehrungen langjähriger Mitglieder für ihre Vereinstreue. Für 40 Jahre wurden Gertraud Eichler, das Evang.-Lutherische Pfarramt Eismannsberg, Hannelore Franz, Hildegard und Rudolf Plan und Alois Wunder, für 25 Jahre Peter und Gabriele Hartmann und Dieter und Gudrun Hopfengärtener und für 20 Jahre Herbert und Monika Franz, Hanne Hauck, Hildegard Loeffler und Elfriede Treffer, ausgezeichnet. Ein herzliches Dankeschön zollten Vorstand und Geschäftsleitung Lebenshilfe-Mitarbeiter Andreas Janker für dessen hervorragende Organisation des Altstadtfestlaufs der Lebenshilfe-Stiftung mit sportlicher Leidenschaft.