Ungarn zu Besuch bei Lebenshilfe

Werkstättenleiter Hans Manfred Wolf erklärt die Fertigung von Motorenteilen, Brigi Ruff übersetzt das für die Ungarinnen.

NÜRNBERGER LAND – „Barrierefreiheit“ hat viele Gesichter, wie ein ungewöhnlicher Besuch bei der Lebenshilfe im Nürnberger Land zeigte. Frauen aus der ungarischen Partnereinrichtung Egyenlö Esèlyekèrt! Alapitvàny machten sich ein Bild von den Angeboten für Menschen mit Behinderung. Sie waren nicht nur von den Leistungen beeindruckt, sondern auch von den Menschen, die der Lebenshilfe helfen. Trotz Sprachbarrieren verstand man sich gut.

Norbert Scheckenhofer, Notar und Stiftungsvorstand der Lebenshilfe Nürnberger Land, feierte seinen 70. Geburtstag. Die Behinderteneinrichtung in Csömör bei Budapest, zu der die Lebenshilfe eine fast 20-jährige Partnerschaft unterhält, darf sich über 500 Euro für eine Musikanlage von ihm freuen. Dank Vermittlung von Matthias Leniger, Vorstandsmitglied der Lebenshilfe Nürnberger Land, erhielt sie einen Defibrillator. In der größten Einrichtung in Budapest und Umgebung werden Frauen und Männer mit geistigem und mehrfachem Handicap in der Werkstätten-Kooperative betreut und gefördert. Die Einrichtung finanziert sich weitgehend über Spenden und Einnahmen, die durch ihre Arbeit erwirtschaftet werden.

Die Einrichtung in Ungarn habe sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt, dennoch mangle es auch heute noch an dringend notwendiger Grundausstattung der Ersten Hilfe, erläutert Lebenshilfe-Vorsitzender Gerhard John. Erzsébet Szekeres dankte herzlich für die großzügige finanzielle sowie stets ideelle Unterstützung für ihre Einrichtung: „Ihr seid wirklich sehr gute Freunde. Unterstützt uns. Das tut gut!“ Derzeit hospitiert eine ungarische Delegation angehender Pflege- und Verwaltungs-Fachkräfte in den Wohneinrichtungen der Lebenshilfe sowie in den Moritzberg-Werkstätten.

Die Besucherinnen besichtigten die „Inklusive Wohnwelt“ in Altdorf sowie die Moritzberg-Werkstätten und das Reittherapiezentrum in Lauf-Schönberg, wo gerade eine Vorführung einstudiert wurde. Lebenshilfe-Geschäftsführer Norbert Dünkel, Vorsitzender Gerhard John und Werkstättenleiter Hans Manfred Wolf gaben umfassende Informationen. Die Ungarn waren auch zu Gast bei den Kalbus-Rosentagen in Altdorf-Hagenhausen. Die Rosengärtnerei unterstützt die Lebenshilfe seit vielen Jahren etwa durch Benefizveranstaltungen sowie mit der Inklusionsaktion „Das Grüne Klassenzimmer“ – Biologieunterricht zum Anfassen und Mitmachen für Schüler der Dr. Leniger-Schule.