Frühchen lieber Zuhause fördern

Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird eines von zehn Babys weltweit zu früh geboren. Die Zahl ist dabei in nahezu allen Industrieländern steigend. In Deutschland kamen im Jahr 2015 insgesamt 62.482 Kinder vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche zur Welt. In Bayern kommen knapp zehn Prozent aller Neugeborenen zu früh auf die Welt.  –  Für eine gute Entwicklung ist, neben exzellenter Medi­zin und therapeutische Nachsorge, insbesondere auch Elternkompetenz und die Eltern-Kind-Bindung entscheidend, schrieb das Ärzteblatt im Mai 2017.


Die Therapie Zuhause hat uns sehr geholfen

Frühchenförderung in der heimischen Umgebung bringt viele Vorteile. Auch Alina und Manuel wurden im ersten Jahr durch die Therapeuten der Lebenshilfe unterstützt.

Auch die Zwillinge Alina und Manuel Wagner aus Velden im Nürnberger Land kamen acht Wochen zu früh zur Welt. Längst hat das Zwillingspärchen seine motorischen Entwicklungsverzögerungen aufgeholt. Hilfe bekam Familie Wagner von der Physiotherapeutin Melanie Steinborn und der Heilpädagogin Kathrin Schmidt von der Lebenshilfe-Frühförderung. „Die Therapie für unsere Kinder bei uns Zuhause hat uns sehr geholfen“, erzählt Stephanie Wagner, Mutter der Zwillinge.

Der Kinderarzt verordnete für die Frühchen den Bedarf zur häuslichen Nachsorge und Förderung, was wegen des hohen Infektionsrisikos bei Säuglingen und Kleinkindern mit Entwicklungsverzögerung und Behinderung, üblich ist.

Der Kinderarzt verordnete für die Frühchen den Bedarf zur häuslichen Nachsorge und Förderung, was wegen des hohen Infektionsrisikos bei Säuglingen und Kleinkindern mit Entwicklungsverzögerung und Behinderung, üblich ist. "Bei Alisa und Manuel, aber auch mir, ersparte dies die Strapazen der Fahrt zur Frühförderung. Ebenso eventuelle Ansteckungsgefahren durch die anderen Kinder im Wartezimmer“, berichtet die Mutter, die die vielen Tipps für Alltag- bis zur Spielentwicklung durch die Frühförder-Therapeutinnen noch heute zu schätzen weiß.

„Eine zu frühe Geburt oder eine Erkrankung eines Neugeborenen, bringen Kind und Eltern in eine unerwartete Situation, die hohe Anforderungen an die ganze Familie stellt“, weiß die erfahrene Physiotherapeutin Melanie Steinborn. Zudem entwickeln sich Frühchen langsamer. Auch bei Alina und Manuel war das so. „Die intensive Unterstützung durch die Therapeutinnen der Frühförderung hat unserer ganzen Familie geholfen“,  erzählt die Mutter. „Alina und Manuel lernten nach und nach, sich erst rollend auf dem Boden fortzubewegen, zu krabbeln und schließlich sich an den Möbeln hochzuziehen und zu laufen. Und mein Mann und ich haben von den Therapeutinnen allerhand Alltagstipps erhalten, auch wie wir beispielsweise unsere Kleinen täglich beim Spielen fördern können.“

Entwicklungsverzögerung schnell aufgeholt

Auch die kleine Neomi wurde im ersten Jahr Daheim durch die Therapeutin der Frühförderung unterstützt.

Dass das agile Zwillingspärchen zu früh zur Welt gekommen ist und in ihrer Entwicklung verzögert war, merkt man heute nicht mehr. Bei Alisa und Manuel konnte die Therapie schon nach einem Jahr beendet werden. Die Dauer einer „mobilen Förderung“ liegt im Ermessen des Kinderarztes und der Therapeutin. Je nach bei Bedarf,  Alter und Entwicklung eines Kindes, kann eine Fortsetzung der Therapie auch in den Frühförderräumen sinnvoll sein.