„Nah am Leben“

Wenn Inklusion Normalität ist: Student Stefan Wendl gefällt es in der inkusiven WG zu leben und sich ehrenamtlich einzubringen, wie hier beim Männerstammtisch.

„Unsere Bewohner haben sich inzwischen gut eingelebt und wir haben eine gute Nachbarschaft“, erzählt Petra Taubmann, Leiterin der Inklusiven Wohnwelt. Im etwas anderen Wohnheim der Lebenshilfe Nürnberger Land, mit Inklusions-Konzept, leben seit Frühjahr 2016, in vier Wohngruppen, 24 Frauen und Männer mit Behinderung. Von Anfang an war der offene und inklusive Charakter des Altdorfer Wohnprojekts Teil des Lebenshilfekonzepts. „Unsere Vision ist eine WG mit Bewohnern mit und ohne Behinderung“, so Taubmann. Neben den Apartments der Bewohner mit Handicap gibt es weitere fünf Miet-Apartments für Bewohner ohne Behinderung. „Dahinter steckt unser Inklusionsgedanke, das Miteinander von Behinderten und Nichtbehinderten zu fördern“, erläutert Taubmann.


FAKS-Student mittendrin

Einmal im Monat treffen sich die Bewohner zum Männerstammtisch: Der FAKS-Student (Mitte) unterstützt die Lebenshilfe-Mitarbeiter Daniel Schnaubelt (rechts) und Lukas Mundt (Tisch, hinten).

Drei der „Inklusiven “-Apartments sind bereits vermietet. Stefan Wendl ist einer der Mieter. Der 20-jährige angehende Erzieher studiert an der benachbarten Fachakademie für Sozialpädagogik (FAKS) und ist, nach fast einem Jahr, längst fester Teil der besonderen Haus- und Lebensgemeinschaft: „Das Miteinander ist hier nicht anders, als in anderen WG’s. Jeder hat sein eigenes Zimmer.“

310 Euro ‚warm‘ bezahlt er jetzt für das rund 20 Quadratmeter Apartment mit großem Bad. Als Mieter kann er Gemeinschaftsräume, wie Wohnzimmer, Küche, Garten sowie einen Parkplatz am Haus oder die Waschküche, mitnutzen. Das möblierte Zimmer, mit Einbauschrank, Bett, Sofa und Tisch, haben ihn überzeugt. Ehrensache ist für Stefan Wendl die „Optionsklausel“ im Mietvertrag, nämlich sich in das WG-Leben einzubringen: „Einmal im Monat findet unser ‚Männerstammtisch‘ statt und da bin ich immer dabei. Wir haben eine richtige Gaudi haben zusammen“, erzählt der Mieter. „Mit Stefan können wir uns super unterhalten, ein richtiger Freund“befinden Marvin Schreibler und Ralph Engelhardt. „Nicht nur für die Bewohner gehört Stefan selbstverständlich dazu. Auch für uns Betreuer ist er eine Hilfe, insbesondere wenn wir, wie heute auswärts unterwegs sind“, so die Lebenshilfe-Mitarbeiter Lukas Mundt und Daniel Schnaubelt.

Je nach Wetter, Lust und Laune, überlegt die „Männerrunde“ meist spontan, ob sie den Abend Daheim mit Kickern oder Brettspielen, im Kino oder im Gasthaus verbringt.  – „Der Gesprächsstoff geht uns nie aus und die Getränke auch nicht“, lacht Marc Distler. An beiden Tischen, im vollen Gasthof „Zur schönen Ausicht“ in Hegnenberg (Fotos), herrscht heitere Stimmung.

Zwei Apartments sind noch frei

Apartmenthaus hat noch zwei frei Zimmer zur Miete frei: Rund zwanzig Quadratmeter groß, hell, modern und möbliert.

Der FAKS-Student hat seinen Entschluss, in die Lebenshilfe-Hausgemeinschaft einzuziehen, bisher keinen Tag bereut. Seit Stefan Wendl inklusiv wohnt, fühlt er sich „nah am Leben“: „Erst ging es mir ja nur darum, dass ich aus wirtschaftlichen Gründen nicht jeden Tag zwischen meiner Schule in Altdorf und meinem Elternhaus in Amberg pendle, doch das inklusive Leben hier tut mir richtig gut.“

Inklusives Zuhause: Noch zwei Apartments mit modernem Bad (Bild) sind derzeit noch zu vermieten.

So wie Stefan Wendl sehen es auch die anderen Mieter, ein Polizist und eine weiter FAKS-Studententin. Zwei möblierte Apartments der „Inklusiven Wohnwelt“ in der Fritz-Bauer-Straße in Altdorf sind noch frei. Wohnheimleiterin Petra Taubmann freut sich schon jetzt über Interessenten (Telefon 09187 93 66-80): „Ehrenamtliches Engagement ist kein Muss, aber gern gesehen.“ 

 

Leben und Wohlfühlen inklusive: Die Apartments sind bereits mit Bett, Sofa, Tisch und Schrank, möbliert.
Petra Taubmann, hier im noch freien Apartment im 1. OG, freut sich auf Mietinteressenten.