Karnevalsfeier für guten Zweck

Der bekannte Kabarettist Wolfgang Krebs trat unter anderem als Markus Söder auf.

RÖTHENBACH — Immer wieder schallte es am Samstagabend vielstimmig „Franken – Helau“ aus der Karl-Diehl-Halle, wo die 22. Benefiz- Prunksitzung zu Gunsten der Lebenshilfe Nürnberger Land abgehalten wurde. Die Faschingsgesellschaft Feucht-fröhlich als Veranstalter hatte mit der Auswahl der Stargäste an diesem Abend genau den Geschmack der Besucher getroffen. Die Stimmung war grandios und der Erlös für die Lebenshilfe Nürnberger Land beachtlich.

Der Präsident der Faschingsgesellschaft „Feucht-fröhlich“, Pascal Czerwek, und der Sitzungspräsident Werner Zobel führten mit Humor und Charme durch den Abend. Das abwechslungsreiche Programm war gespickt mit Faschings-Highlights und die Stimmung im Saal stieg stetig an.

Die beiden Moderatoren verstanden es ausgezeichnet, das Publikum und etliche Ehrengäste in das Geschehen einzubinden. Viel Beifall erhielt Landrat Armin Kroder, als er mit Karin Schubert vom Bayerischen Rundfunk einen flotten Lambada aufs Parkett legte. Auch Röthenbachs dritter Bürgermeister Thiemo Graf musste auf die Bühne, was er mit folgenden Worten kommentierte: „Die Narren und die Politiker haben einiges gemeinsam: beide sind komisch, wenn sie auf der Bühne stehen. Die einen freiwillig, die anderen unfreiwillig“.

Tanz und Kabarett

Eine gelungene Mischung aus Tanzeinlagen und Faschingsgaudi sorgte für einen ausgesprochen unterhaltsamen Abend. Dabei beeindruckten die Garden der Faschingsgesellschaft Feucht-fröhlich mit ihren artistischen oder lustigen Auftritten. Die Juniorengarde, die Buzzerla, die Tanzmariechen Sophie Renner und Mara Fee Schönweiß, die Zeidlergarde bis hin zum durchgestylten Männerballett – alle waren in Topform. Man spürte die Begeisterung der Tänzerinnen und Tänzer und das Publikum bedankte sich mit viel Applaus. Außergewöhnlich war der Auftritt der „Wendengugge“, einer Faschingsband mit über 20 Musikern, die extrem laute Musik zum Mitmachen spielte. Viele Besucher hielt es dabei nicht mehr auf ihren Plätzen und sie „turnten“ begeistert mit. Stargast des Abends war der Kabarettist Wolfgang Krebs, der beispielsweise in der TV-Sendung „Asül für alle“ an der Seite von Django Asül Politiker imitiert. Als Edmund Stoiber, Horst Seehofer, Günther Beckstein oder Markus Söder brillierte er und begeisterte das Publikum in der Karl-Diehl-Halle. Meisterhaft war vor allem seine Darstellung des ehemaligen Ministerpräsidenten Stoiber.

Büttenredner kamen gut an

Den Reigen der Büttenredner eröffnete Wolfgang Düringer, bekannt von seinen Auftritten bei der „Fränkischen Fastnacht“ in Veitshöchheim, der mit seiner behäbigen Art eine Pointe nach der anderen zündete. Sven Bach machte sich Gedanken über das Einkaufen – als Mann alleine oder mit der Ehefrau. Die Problematik dabei sei: „Das ganze Jahr über kriegst an Zettel gschrieben und nun musst selber entscheiden“.

Auch der Bauchredner Marcellini mit seinem Hund Oskar strapazierte die Lachmuskeln des Publikums. Seinen Hund etwa ließ er verkünden: „Ich geh nicht Gassi, ich geh Weiber aufreißen“.

Heinz Haffki philosophierte über seine Erfahrungen als Wirt vom „Schwarzen Adler“ und der Auftritt des Prachtweibs Daphne de Luxe war ein weiterer Höhepunkt. Mit ihrem Lied: „Mädchen, Mädchen“ machte sie richtig Stimmung und eroberte die Herzen nicht nur des männlichen Publikums. Bei Überlegungen zum Thema „Warten im Wartezimmer“ setzte sie Pointe auf Pointe und erntete viel Beifall.

Dank an alle Unterstützer

Der Vorsitzende der Lebenshilfe Nürnberger Land, Gerhard John, bedankte sich bei allen Anwesenden für die Unterstützung der hilfsbedürftigen Menschen. Er wolle eigentlich keinen einzelnen Spender besonders würdigen, denn die Lebenshilfe sei für jede noch so kleine Spende dankbar, so John. Aber es gebe besonders hilfsbereite Menschen. In diesem Zusammenhang sprach er den Nürnberger Starfriseur Marcel Schneider an, der es schaffte, bei mehreren Veranstaltungen im Jahr 2017 rund 200 000 Euro zu sammeln.

John hob auch den Geschäftsführer der Schausteller am Nürnberger Volksfest, Georg Karambatsos, hervor. Dieser hatte die Idee, alljährlich zum Frühlingsfest Kinder aus der Lebenshilfe oder einer anderen gleichartigen Organisation zu Freifahrten einzuladen. „Im Frühjahr 2017 waren über 8000 Kinder mit ihren Begleitern da. Sie durften rund drei Stunden ohne Entgelt die Fahrgeschäfte benutzen. Es war herrlich, die Freude mit anschauen zu dürfen“ erzählte Karambatsos.

HANS BRINEK / Pegnitz-Zeitung

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