Perspektivenwechsel Behinderung

Zwischen Theorie und Praxis: Das Thema Behinderung stand diese Woche im Fokus des BBB-Unterrichts.

Behinderung!? – Was ist eigentlich eine Behinderung? Welche Behinderungen gibt es? Und, was muss ich als Mensch mit Behinderung darüber wissen oder wo kann ich darüber mehr erfahren? – Bei den Teilnehmenden des Berufsbildungsbereichs drehte sich in dieser Woche alles um das Thema Behinderung und Selbsterfahrung – ein Perspektivenwechsel.

Steffen Laberte als Barrierechecker. Der Mann mit mehrfacher Behinderung ist auf den E-Rolli angewiesen und sicher ein kritischer Barrierechecker.

Perspektivenwechseler und Barrierechecker

Gleichzeitig sind heute, am Europäischen Protestag zur Gleichstellung von Menschen mit Beinderung und dem AKTION MENSCH-TAG am 5. Mai, Barrierechecker unterwegs.

Heute wird die Spurensicherung Inklusion gut zu tun haben! Zuständige Ermittler sind Simone Schmidt und Steffen Laberke. Zum Aktionstag wird Simone Schmidt vor Ort mit dem AKTION MENSCH-Barriere-Checker-Set Marktplatz, Geschäfte und Einrichtungen in Lauf und Umgebung auf mögliche Barrieren prüfen.

Steffen Laberke wird "im Studio" alle Infos von seiner Kollegin Simone auf Twitter, Facebook und Instagram posten.

Unsere Barrierechecker werden genau hinschauen, wie gut sich intellektuell beeinträchtigte Menschen in der Stadt, in den Läden oder auf dem Bahnhof orientieren können und, wie barrierefrei Zugänge und Wege oder Ampelschaltungen für Gehbehinderte, Rolli-Fahrer oder Senioren mit Rollatoren im Landkreis sind und dazu ihre Bewertungen abgeben.

derweil im BBB ... zwischen Theorie und Selbsterfahrung

Behinderung im Abenteuer Selbsterfahrung: Mit welchen Hürden haben Menschen im Rolli täglich zu tun?

„Wir haben im ersten Teil unserer Schulung besprochen, was das Wort Behinderung im Allgemeinen und für jeden Einzelnen von uns bedeutet“, erläutert Andras Janker, der im Berufsbildungsbereich (kurz BBB) vor allem Ausbilder für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung ist. Im Unterricht hatten die Teilnehmenden dazu viele gute Gedanken beigesteuert und auf dem Flipchart, Tablet und ganz klassisch mit Arbeitsblättern, festgehalten.

Schulungsthemen werden durch das BBB-Team in so genannter „Leichter Sprache“ aufbereitet; umfassende und komplizierte Themen können so sehr gut von Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen und Lernbehinderung verstanden werden.

"Das Thema Behinderung, mit seinen vielen Facetten im berufsbegleitenden Unterricht theoretisch und praktisch zu behandeln, stellte sich als immens wichtig heraus, was auch unsere Videobilder veranschaulichen", fasste Andreas Janker zusammen. Theoretisch lag der Schwerpunkt auf Arbeitsschutz für Menschen mit Behinderung oder auch welches Gesetz Sozialleistungen für behinderte Menschen regelt.

BBB, Flipchart, Thema Behinderung

1:30 Minute: BBB-TeilnehmerInnen im Selbstversuch

Perspektivenwechsel Behinderung

BBB-Teilnehmerin Saylin Welsch hat hier die Augen verbunden. Wie ist es sehbehindert zu sein? - Der Stock soll ihr helfen, sich zu orientieren, wo eventuelle Hürden sind.

Nach ausführlicher Theorie und einem angeregten Dialog, konnten die TeilnehmerInnen im dritten Schulungsteil, praktische Erfahrungen sammeln.

„Wir haben uns in Menschen mit einer körperlichen Behinderung und in Menschen mit einer Sehbehinderung versetzt; sind im Rollstuhl gefahren und mit verbunden Augen und einem Stock, ähnlich wie Sehbehinderte ihn mit sich führen, durch die Werkstatt gelaufen“, erzählt BBB-Teilnehmerin Saylin Welsch.

... und auch hier stand die Barrierefreiheit auf dem Prüfstand

Unterwegs mit dem Rolli. Für BBB-TeilnehmerInnen war der Perspektivenwechsel eine große Erfahrung.

Über Behinderungen zu sprechen sei doch noch einmal komplett anderes, als selbst die Erfahrung zu machen, beispielsweise nichts mehr zu sehen oder nicht mehr gehen zu können.

Der Perspektivenwechsel hat bei allen Schulungsteilnehmenden das Gelernte vertieft; r andere Menschen und deren Beeinträchtigungen sensibilisiert, auch mit welchen Barrieren beispielsweise Menschen mit Gehbehinderung täglich zu tun haben.

Die Selbsterfahrung hat Andreas Janker mit dem Handy dokumentiert (Bilder, Videos) und später zusammen mit den Teilnehmenden besprochen: „So hatten wir das nicht erwartet. Das war richtig cool“ – so das Resümee.

BBB – Hintergrund, Infos, Links

Rund zehn Teilnehmende beginnen (i.d.R.) mit dem neuen Schuljahr im September ihre Berufsbildung in den Moritzberg-Werkstätten, die 24 Monate dauert.

Neben den Vorbereitungen für Praktika, die die Teilnehmenden etwa in Montagegruppen, der Schreinerei, Näherei, in der Küche oder im Gartenbau der Werkstätten absolvieren, findet begleitend regelmäßig Unterricht statt.

Mehr dazu auf den Seiten bzw. Inhalte des BBB.

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Freisprechung nach 24 Monaten beruflicher Bildung: Ein großer Tag

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