Lisa Herbst arbeitet seit Anfang 2026 auf einem Außenarbeitsplatz beim Anzughersteller Création Gross GmbH & Co. KG in Hersbruck. Vorausgegangen war ein Praktikum, in dem sich die 34‑Jährige bewährt hat. Formell ist sie weiterhin bei den Moritzberg‑Werkstätten der Lebenshilfe Nürnberger Land angestellt – im Alltag ist sie fest im Team von Création Gross integriert.
Der Traditionsbetrieb beschäftigt am Standort rund 200 Mitarbeitende. Ordnung, Präzision und ein geschulter Blick fürs Detail gehören hier zum täglichen Anspruch. Eigenschaften, die Lisa Herbst mitbringt: Nach über zehn Jahren Berufserfahrung in den Moritzberg‑Werkstätten arbeitet sie heute weitgehend selbstständig im Verkaufs‑ und Präsentationsbereich. Sie sortiert Kleidung nach Größen, prüft Kennzeichnungen und sorgt für eine ansprechende Warenpräsentation. Auch im Lager bringt sie Struktur und Ordnung ein.
Hilfreich für die Umsetzung inklusiver Beschäftigung sind unterschiedliche Instrumente: Während Außenarbeitsplätze von den Werkstätten begleitet werden und die Mitarbeitenden weiterhin dort angestellt sind, kann das Budget für Arbeit Betrieben den Übergang in ein reguläres sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis finanziell erleichtern.
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Stefan Hellmer steht ihr als „Betriebspate vor Ort“ zur Verfügung. Für Lisa Herbst bedeutet die Arbeit Sicherheit und Selbstständigkeit. Sie schätzt die klaren Aufgaben und die feste Struktur im betrieblichen Alltag: „Ich fühle mich bei den Aufgaben sicher. Und ich kann außerdem immer meinen Betriebspaten um Hilfe bitten.“
Auch für die Lebenshilfe Nürnberger Land zeigt der Außenarbeitsplatz, dass Inklusion gelingt, wenn Betriebe offen sind und Verantwortung ermöglichen. „Inklusion ist kein Ziel, das man abhakt – der Weg ist das Ziel“, sagt Dennis Kummarnitzky, Geschäftsführer der Lebenshilfe Nürnberger Land.
Dass aus dem Außenarbeitsplatz mehr als ein Arbeitsverhältnis entstanden ist, zeigte sich auch beim Besuch einer Delegation von Création Gross GmbH & Co. KG in Schönberg. Bereits im vergangenen Jahr hatten Geschäftsleitung und Betriebsrat beschlossen, den Erlös der traditionellen Weihnachtstombola an die Moritzberg‑Werkstätten zu spenden: 1.000 Euro kamen dabei zusammen.
„Nach den positiven Erfahrungen planen wir, auch weiteren Menschen mit Beeinträchtigung über Praktika Einblicke in unseren Betrieb zu ermöglichen, etwa im Bereich Logistik“, sagt Fabian Waldmann, Einkaufsleiter bei Création Gross GmbH & Co. KG. Die Kooperation freue ihn auch persönlich: Über die Lebenshilfe Bayern habe er selbst bei der Lebenshilfe Nürnberger Land ein Praktikum absolviert.
Dass Inklusion bei Création Gross GmbH & Co. KG nicht beim Arbeitsplatz endet, zeigte auch ein Besuch von Unternehmensvertretern in den Werkstätten in Schönberg. Aus dem Erlös der Weihnachtstombola spendete das Unternehmen 1.000 Euro an die Moritzberg‑Werkstätten. – Die Spendenübergabe war verbunden mit einer Führung durch die Werkstattbereiche.
„Inklusion ist kein Ziel, das man abhakt – der Weg ist das Ziel“, betont Dennis Kummarnitzky, Geschäftsführer der Lebenshilfe Nürnberger Land.
Der Spendenerlös kommt direkt der Werkstattarbeit und den dort beschäftigten Menschen zugute.
Die Vertreter der Werkstattmitarbeitenden Kristian Kecskes und Lydia Stähle zeigten der Delegation von Création Gross GmbH & Co. KG ihre Arbeitsbereiche. Werkstattrat Kristian Kesckes hat seit vielen Jahren einen Außenarbeitsplatz im Reittherapiezentrum als Stallhelfer. Lydia Stähle arbeitet im Bereich der Industriemontage, zeigte stolz ihren Arbeitsplatz. In der Schreinerei übernahm der angehenden Gruppenassistent Matthias Kick die Vorstellung seiner Gruppe.