Partnerschaftsvertrag stärkt inklusives Miteinander

CJT und Lebenshilfe halten am inklusiven Pakt fest: v.l. Gerhard John, Stefan Mancini, Norbert Dünkel, Walter Philipp, Mark Rother-Fuhland, Lydia Stähle, Clemens Schramm, Roland Hofmann, Dennis Kummarnitzky und Thomas Freiman.

Nun ist es offiziell: Seit diesem Schuljahr haben das Christoph-Jacob-Treu-Gymnasium Lauf a. d. Pegnitz und die Lebenshilfe im Nürnberger Land e. V. einen Partnerschaftsvertrag. Eine Vereinbarung, die das gesellschaftliche Miteinander auf beiden Seiten mit viel inklusiven Leben erfüllen soll. 


CJT und Lebenshilfe haben ihrem Miteinander ein Gesicht gegeben. Stolz unterzeichnen hier gerade Schulleiter Freiman (rechts) und Lebenshilfe-Chef John die Urkunden. V.l. Norbert Dünkel, Stefan Mancini, Clemens Schramm, Roland Hofmann, Mark Rother-Fuhland

 „Zusammen mit unseren Schülern wollen wir den Inklusionsgedanken lebensnah erfüllen und wertschätzend erziehen. Die lose Zeit des Miteinanders bekommt jetzt ein Gesicht“, sagten Schulleiter Thomas Freiman und Lehrkraft Mark Rother-Fuhland, die die Inklusionsbande auf Seiten des CJT-Gymnasiums verantworten und gern zur Vertragsunterzeichnung zur Lebenshilfe nach Schönberg gekommen waren.

Bei der Lebenshilfe besiegelten die Beziehungen Lebenshilfe-Vorsitzender Gerhard John und Geschäftsführer Norbert Dünkel. Wie wichtig der Lebenshilfe das Bündnis ist, zeigte auch, dass Betreutenvertreter der Moritzberg-Werkstätten, mit Stefan Mancini und Lydia Stähle und der Wohnstätte am Bitterbach, mit Roland Hofmann und Walter Philipp, der Zeremonie beiwohnten. Ebenso Verwaltungsleiter Clemens Schramm, als Koordinator gemeinschaftlicher Aktivitäten der Vertragspartner und der stellvertretende Geschäftsleiter Dennis Kummarnitzky. 

Vertrag stärkt Inklusion

Verschieden sein ist eine Chance

 „‘Verschieden sein ist eine Chance‘ heißt es in unserem Leitbild“, so John, der betonte, dass gesellschaftliche Vielfalt nur durch persönliche Kontakte erfahr- und erlernbar sei.

In Hersbruck sei der Inklusionsgedanke sehr lebendig, Menschen mit und ohne Behinderung gehörten selbstverständlich seit vielen Jahren zum Gesicht der Stadt. Schon junge Menschen erlebten das Miteinander als normal und das präge, so Dünkel: „Mir ist die Partnerschaft mit dem CJT-Gymnasium hier in Lauf deshalb besonders wichtig, weil ich mir von der Initiative auch viele Impulse für andere Schulen im Landkreis erhoffe.“  

Schüler sehen Zeit-Invest positiv

Partnerschaftsvertrag CJT und Lebenshilfe

Seit 2012 besteht zwischen Schülern des CJT-Gymnasiums und der Lebenshilfe ein partnerschaftlicher Austausch, der im Rahmen eines Praxis-Seminars (P-Seminar) begann. „Im  Seminarjahr widmeten sich Schüler offen dem eher abstrakten Begriff der Inklusion“, so P-Seminar-Lehrkraft Mark Rother-Fuhland. Er hatte auch damals die Idee, das P-Seminar „Inklusion“ zusammen mit den Nachbarn der Schule, nämlich mit den Bewohnern der Lebenshilfe-Wohnstätte in der Hardtstraße, mit gemeinsamen Aktivitäten zu gestalten. Am Schuljahresende resümierte meine Schüler: „Wir haben viel mehr Zeit in unser P-Seminar investiert, als Schüler anderer Seminare, aber nie mehr Arbeit.“  

Schulleiter Freiman lobt Begegnungsqualität der Lebenshilfe

Seit dieser Zeit kommen zudem CJT-Schulklassen regelmäßig in Einrichtungen der Lebenshilfe zu einem Praxistag. Für viele Schüler ist es buchstäblich ein Erstkontakt zu Menschen mit geistiger Behinderung. „Ein beeindruckender Austausch – auch für mich persönlich – und wichtig für unseren Erziehungsauftrag und eine Belebung der Lebenswirklichkeit unserer Schüler“, so Schulleiter Freiman. Er lobte dabei auch die offene Begegnungsqualität aller Lebenshilfe-Einrichtungen.

Bei den Praxistagen werde das sprichwörtliche Eis meist schnell durch die offene und unkomplizierte Art der Betreuten gebrochen, schildert Clemens Schramm. Am Ende des Praxistags tauscht er sich mit Schülern und Lehrern aus. – Ein nachhaltiger Dialog für eine tolerante Zukunft; Erfahrungen und Erwartungen der Schüler sind auch für die Lebenshilfe ein wichtiges Feedback, damit Inklusion praktisch gestaltbar wird.

In wenigen Wochen wollen sich die Koordinatoren des CJT-Gymnasiums und der Lebenshilfe treffen und ein abwechslungsreiches, interessantes Programm und projektorientierte Arbeit für Betreute der Lebenshilfe und CJT-Schüler ausarbeiten.

Fest steht, Begegnungen sollen zudem auf musischer Ebene stattfinden, etwa eine Aufführung des Theaterensembles „mimulus“ im Haus des CJT-Gymnasiums. „Wer Freude an der Begegnung mit tollen Menschen hat, wird bei vielen Aktionen mit Menschen mit Handicap eine menschliche Wärme, Offenheit, Ehrlichkeit und Freude erleben, die es so in vielen Bereichen unserer Gesellschaft nicht mehr gibt“, so die Einschätzung von Norbert Dünkel.  

Partnerschaftsvertrag CJT und Lebenshilfe

Insbesondere sehen die Betreutenvertreter in der offiziellen Partnerschaft eine Chance für mehr Akzeptanz gegenüber Menschen mit Behinderung.