„Rasante und tolle Entwicklung“

Aufstehen, aufeinander zugehen - zusammen stimmten die Gäste das Motto des Jubeljahres an.

HERSBRUCK – Fulminanter Festkommers für einen Jubilar, der sich die Menschlichkeit auf die Fahne geschrieben hat: mit weit über 300 Gästen feierte die Lebenshilfe Nürnberger Land in der GERU-Halle in Hersbruck im Rahmen des traditionellen Jahresempfangs den 50. Geburtstag.

Der Festkommers als Chronik – Impressionen

Rückschau in Dankbarkeit, Blumen für noch lebende Gründungsmitglieder, anerkennende Worte der Gratulanten für die geleistete Arbeit in den vielfältigen Einrichtungen, die Verleihung des Preises für Menschlichkeit und die Übergabe eines Schecks über 20.000 Euro von der Stiftung Nürnberger Versicherung für Zwecke der Reittherapie waren die Höhepunkte einer Feier, deren verbindende Klammer die kurzweilige Moderation von Bauchredner Sebastian Reich und seiner vorwitzigen-frechen Nilpferddame Amanda war.

Geschäftsführer Norbert Dünkel begrüßte mit Betreutenvertreter Corin Winter die „vielen Freundinnen und Freunden der Lebenshilfefamilie“ nicht nach Protokoll, sondern in alphabetischer Reihenfolge begrüßte, „weil uns alle gleich wichtig sind und wir allen für die vielfältige Unterstützung zu Dank verpflichtet sind.“

Blumen für Gründungsmitglieder

Lebenshilfe-Vorsitzender Gerhard John zollte den 36 mutigen Frauen und Männern, die mit dem damaligen Chefarzt des Laufer Krankenhauses, Dr. Bernhard Leniger, die Lebenshilfe gründeten, der sich dann im Zuge der Gebietsreform der am 15. März 1965 in Altdorf gegründete „Verein zur Förderung geistesbehinderter Kinder des Landkreises Nürnberg“ anschloss große Anerkennung. Blumen gab es für die anwesenden Gründungsmitglieder Hilde Bickert, Josef Lex und Waltraud Schneider aus Lauf, die Gemeinde Ottensoos (Bürgermeister Klaus Falk), den damaligen Landkreis Lauf (Landrat Armin Kroder) sowie Günther Lang, Gründungsvorstand des Altdorfer Vereins. Sein besonderer Dank galt allen Freunden, Gönnern und Sponsoren, aber auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Einrichtungen, Vorstand, Stiftungsrat und ganz besonders Geschäftsführer Norbert Dünkel für sein „herausragendes Engagement“. Über 30 Jahre war er der „Motor der Lebenshilfe“. Am 1. April rückt er ins zweite Glied, bleibt der Lebenshilfe mit dem Aufgabengebiet „Strategische Entwicklung und Finanzen“ aber verbunden.

„Inklusion in vorbildlicher Weise“

Landtagspräsidentin a.D., Barbara Stamm, Vorsitzende des Lebenshilfe-Landesverbandes Bayern, lobte in ihrer Festrede, „dass in der Lebenshilfe Nürnberger Land Inklusion schon immer in vorbildlicher Weise stattfindet.“  Die Lebenshilfefamilie Nürnberger Land habe in den 50 Jahren gezeigt, dass es eine wunderbare Aufgabe ist, die Würde des Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.

Dem Vorstand und Stiftungsrat der Lebenshilfe sowie den wunderbaren Sponsoren und Ehrenamtlichen sagte sie ein herzliches „Vergelts Gott“ für Engagement und Arbeit. Sie alle hätten dafür gesorgt, dass aus der Lebenshilfe Nürnberger Land „was Gescheites“ geworden ist. Stamm zeigte sich fest davon überzeugt, dass der Geist, der hier herrsche auch künftig dafür sorge, die Vorhaben zu meistern.

Preis für Menschlichkeit

Der „Preis für Menschlichkeit“, der nur alle fünf Jahre von der Lebenshilfe Nürnberger Land an Einrichtungen, Firmen und Organisationen vergeben wird, die sich mit besonderen Leistungen für Betreute und Einrichtungen der Lebenshilfe engagieren, ging heuer an den Laufer Automobilzulieferer „EuWe Eugen Wexler GmbH – das Team“. Das Unternehmen unterstützt die Lebenshilfe seit über 30 Jahren sowohl durch Auftragsvergaben an die Werkstätten als auch durch Spenden. In der Laudatio würdigte MAN-Werkstattleiter Dr. Ingo Essel (Preisträger 2014) das Unternehmen für „deren spürbar menschliches Engagement für Menschen mit Behinderung.“

Den Preis nahmen die Geschäftsführer Matthias und Alexander Wexler entgegen. Sie betonten, dass der Preis für das Unternehmen eine herausragende Bedeutung habe. Auch künftig sehe man die Lebenshilfe-Werkstätten als Partner. Matthias Wexler: „Die Qualität aus den Moritzberg-Werkstätten passt einfach.“

20.000 Euro für therapeutisches Reiten

Hans-Peter Schmidt, Honorarkonsul und Vorsitzender der Stiftung NÜRNBERGER VERSICHERUNG, würdigte den außerordentlich erfolgreichen Weg der Lebenshilfe und die Inklusion, „die bei ihnen vorbildlich organisiert und gelebt wird.“ Da Schmidt und die Stiftung NÜRNBERGER VERSICHERUNG seit Jahren das therapeutische Reiten fördern hatte er dafür einen Scheck über 20.000 Euro dabei.

Landrat und Bezirkstagspräsident Armin Kroder zeigte sich „stolz auf unsere Lebenshilfe Nürnberger Land“, Hersbrucks 1. Bürgermeister Robert Ilg lobte die „rasante und tolle Entwicklung“ und die Vertreter der Lebenshilfe-Partnereinrichtung aus Csömör bei Budapest, Annaberg und Berchtesgadener Land stellten die herzliche Verbundenheit in den Vordergrund.

Erfolgsgeschichte fortschreiben

Dennis Kummarnitzky, der am 1. April neuer Geschäftsführer wird, forderte dazu auf, das Jubiläum als Chance zu sehen und die Erfolgsgeschichte der Lebenshilfe fortzuschreiben.            

Lorenz Märtl

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