Gerhard John wird 75

 

Ein Leben im Dienst für das Gemeinwohl

Wir feiern den 75. Geburtstag unseres langjährigen Vorsitzenden Gerhard John. Der ehemalige Verwaltungsbeamte, Kommunalpolitiker und Ehrenamtliche hat sein Leben über Jahrzehnte hinweg dem Einsatz für Menschen mit Behinderung und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt gewidmet – auf lokaler, bayerischer und bundesweiter Ebene. Anlass genug, um auf ein außergewöhnliches Lebenswerk zurückzublicken, das von tiefem sozialen Engagement, Mitmenschlichkeit und einem unermüdlichen Einsatz für Inklusion geprägt ist.

Geboren am 15. Juli 1950 in Leinburg, besuchte John das Leibniz-Gymnasium in Altdorf und startete nach seinem Grundwehrdienst seine Karriere im öffentlichen Dienst. Als Betriebswirt und Diplom-Verwaltungswirt übernahm er zentrale Aufgaben bei der Stadt Altdorf – zuletzt als Oberverwaltungsrat und Chefbeamter mit Fokus auf Kultur-, Sozial- und Wirtschaftspolitik. Parallel zu seinem Berufsweg engagierte sich John politisch – etwa im Kreistag Nürnberger Land als Sprecher für Tourismus und Fremdenverkehr und als Kreis-/Bezirksgeschäftsführer im Bayerischen Gemeindetag sowie im Bezirksverband Mittelfranken.

Über Jahre hinweg war er bei zahlreichen Vereinsgründungen aktiv sowie Initiator von Städtepartnerschaften und vielfältigen Projekten der Kreisförderung. In der Region war und ist John nach wie vor Impulsgeber, Netzwerker und leidenschaftlicher Gestalter. Unter anderem war er als ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht und Landesarbeitsgericht Nürnberg aktiv und prägte als Lehrbeauftragter bei der Verwaltungsschule und Hanns-Seidel-Stiftung das gesellschaftliche Miteinander, setzte Duftmarken und legte Grundsteine. Insbesondere seine Lehrtätigkeit im Rahmen des „Aufbaus Ost“ hinterließ bleibende Spuren – weit über die Landesgrenzen hinaus – in Sachsen und Thüringen.

Vom Ehrenamt zur Herzensangelegenheit

Seit 1996 steht Gerhard John nunmehr an der Spitze der Lebenshilfe Nürnberger Land. Unter seiner Leitung wuchs die Organisation seitdem zu einem der größten sozialen Träger der Region heran – mit 24 Einrichtungen, über 1.500 betreuten Familien und 800 Mitarbeitenden, die Menschen mit Behinderung begleiten und fördern: vom Säugling bis zum Senior, von der Frühförderung über Förder- bis Bildungszentrum und Werkstätten bis hin zu Unterstützungs- und Wohnangeboten. Johns Handschrift ist dabei überall spürbar – strategisch, zukunftsorientiert und vor allem: menschlich.

„Gerhard John ist das Gesicht und das Herz unserer Lebenshilfe“, würdigt ihn Geschäftsführer Dennis Kummarnitzky stolz. „Er vereint Fachwissen, Menschlichkeit und Durchsetzungskraft – ein seltener Dreiklang, der uns über fast drei Jahrzehnte geprägt hat“, ergänzt der langjährige Wegbegleiter und Vorsitzende des Lebenshilfe-Stiftungsvorstands MdL Norbert Dünkel. Geprägt, unterstützt und vor allem geerdet haben ihn auf seinem Weg seine Ehefrau Ingeborg, Tochter Susanne und später seine beiden Enkelkinder, Phillip und Peter. Entsprechend hatte und hat der von den Betreuten liebevoll “Gerhard” genannte Lebenshilfe-Chef trotz vollen Terminkalenders stets eine Schulter zum Anlehnen, ein offenes Ohr für Anliegen jeglicher Natur, und bringt immer viel Zeit mit, in einer mittlerweile kurzlebigen Welt.

 

v. l. Gerhard John zeigt seinen Bayerischen Verfassungsorden, verliehen von Landtagspräsidentin Ilse Aigner.

 

Hochdekoriert und dennoch bescheiden

Überregional hat sich John verdient gemacht: Seit 2004 ist er stellvertretender Vorsitzender der Lebenshilfe Bayern und ist Vertreter des Landes in der Bundeskammer der Bundesvereinigung Lebenshilfe in Berlin. Er vertritt dort die Interessen von Menschen mit Behinderung weit über die Grenzen des Landkreises hinaus. Auch für ebendieses außergewöhnliche Engagement wurde Gerhard John vielfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er:

● die Goldene Ehrennadel der Bundesvereinigung Lebenshilfe (2010),

● die Verdienstmedaille am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2013),

● die Goldene Ehrenmedaille des Landkreises Nürnberger Land (2018) und

● den Bayerischen Verfassungsorden (2022), eine der seltensten Auszeichnungen des Freistaats Bayern.

Landtagspräsidentin Aigner würdigte John als „einen Mann, der die Werte der Bayerischen Verfassung mit Leben füllt – als Visionär, Macher und echten Humanisten“.

„Ich bin zutiefst dankbar für die vielen Weggefährten und Unterstützer, mit denen ich über Jahrzehnte hinweg Bedeutendes gestalten durfte“, sagt John anlässlich seines Geburtstags. „Gerade in bewegten Zeiten ist es wichtiger denn je, soziale Verantwortung zu leben.“ Und auch mit 75 Jahren bleibt John seiner Lebenshilfe-Familie treu. Mitarbeitende mit und ohne Handicap, Eltern, Freunde und der gesamte Vorstand der Lebenshilfe Nürnberger Land bedanken sich herzlich für sein jahrzehntelanges unersetzliches Engagement – im Geiste von Mitmenschlichkeit, Inklusion und Gemeinwohl.

 

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