Die Führungskräfte der landkreisweit insgesamt 24 Einrichtungen der Lebenshilfe im Nürnberger Land trafen sich zur Klausur mit ehrenamtlichen Vorständen und der Geschäftsleitung. Bei der dreitägigen Tagung im Kloster Scheyern bei Pfaffenhofen gab es kein Schweigegelübde – im Gegenteil: In angespannten Zeiten, geprägt von einer anhaltenden Rezession und den Auswirkungen internationaler Krisen, liegt der Fokus klar auf der Erneuerung des Vereins, der Mitarbeiterentwicklung und der stetigen wirtschaftlichen Weiterentwicklung mit lokalen Partnern.
Mit dem Zukunftsprojekt „Vision 2030“ soll ein klares Zeichen gesetzt werden: Für mehr Freiräume in der pädagogischen und therapeutischen Arbeit, für effizientere Verwaltungsprozesse und für eine Organisation, die sich weiterentwickelt – gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden. Erste interne Maßnahmen zur Entlastung und Effizienzsteigerung wurden bereits 2025 erfolgreich gestartet. Auch weiterhin bleibt die Lebenshilfe Nürnberger Land ein verlässlicher Partner für Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiven Einschränkungen – getragen von einer engagierten Gemeinschaft, die zusammenhält und den sozialen Auftrag fest im Blick behält.
Sich stärker nach außen zu öffnen gilt es für SORA, der Einrichtung “Sozialraumorientierte Arbeitsplätze” der Moritzberg-Werkstätten. Mit der Eröffnung eines Infopoints im Laufer Zentrum soll Interessenten ab Oktober die Scheu vor einem seitens der Lebenshilfe unterstützten integrativen Arbeitsplatz genommen werden. Sowohl seitens der Arbeitgeber, als auch der Arbeitnehmer gebe es “aktuell noch viele Bewerber mit Berührungsängsten”, so Leiterin Kerstin Tichatschke. Mit Unterstützung, Aufklärung aber auch vielen Erfolgsgeschichten möchte die Lebenshilfe Nürnberger Land hier künftig vor allem jungen Menschen unter die Arme greifen, die fit sind für einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt, Anschub geben und regional inklusive Arbeitsplätze vermitteln.
„Die Sinnhaftigkeit der Arbeit stellt eine große Stärke der Lebenshilfe dar und sollte bewusst wertgeschätzt werden“, so Geschäftsführer Dennis Kummarnitzky, denn es sei die Zeit strukturelle Themen der Erneuerung anzupacken, die langfristig Motivation und Gesundheit der Mitarbeitenden beeinflusst. Den Fachkräftemangel weiterhin im Blick, setzt das Sozialunternehmen neben Gesundheitsangeboten wie dem JobRad, betrieblichen Wiedereingliederungsmanagement und verschiedensten Prämiensystemen vor allem auf interne Weiterbildungsmaßnahmen, mit höchstem Respekt für die täglichen (und nächtlichen) Leistungen aller Mitarbeitenden. Vor allem die hohe Betreuungsqualität in Wohnheim und Förderstätte am Haberloh, der Wohnstätte und T-ENE am Bitterbach gelte es in Anbetracht der immer höheren Lebenserwartung dabei konsequent hochzuhalten, mit besonderem Augenmerk auf eine würdevolle Palliativversorgung.
Auf eine langjährige Fachkraft müssen die Wohneinrichtungen der Lebenshilfe trotz aller Liebe verzichten: Nach über 30 Jahren im Dienst verlässt Fachbereichsleiterin Hanne Hauck die Lebenshilfe und wurde entsprechend auf der Tagung gefeiert. Während sie die Leitung des Wohnheims am Haberloh bereits vor zwei Jahren an Verena Meyer übergab, so übergab sie zum Jahreswechsel nun auch die Gesamtleitung an Martina Voigt und Andreas Dietl. Frau Hauck denkt deswegen aber noch nicht an den Ruhestand, sondern bringt sich auch in Zukunft ehrenamtlich mit der Ausbildung in “Krav Maga” ein. Das israelische Selbstverteidigungssystem für effektive Techniken zur Gefahrenabwehr soll, so Hauck, “sowohl die Mitarbeitenden als auch Bewohner mit Handicap in Selbstbehauptung, Sicherheit und Vertrauen durch einfache, wirkungsvolle Handlungen lehren”.
Wirkungsvolleres Handeln verspricht auch die Verstärkungen an der Spitze des Vereins. Während es für Jürgen Six die erste Klausur als Vorstandsvorsitzender war – er folgte vergangenen November auf Gerhard John – so kam es parallel dazu nun auch in der Geschäftsleitung zu personellen Veränderungen: Geschäftsführer Dennis Kummarnitzky wird künftig von seinen neuen Stellvertretern Jochen Potzel, Leiter Rechnungswesen, sowie Ingo Sperber, Leiter Personal, unterstützt. Ein verantwortungsvoller Schritt, um den anstehenden Herausforderungen gemeinsam auch in Zukunft für die Belange von Menschen mit Unterstützungsbedarf vorausschauend begegnen zu können.
Neben gesellschaftlicher Highlights wie der Teilnahme an den Special Olympics im Saarland, soll das Jahr gemäß des Mottos “spürbar menschlich” wieder im Zeichen der gelebten Inklusion stehen. Auch deshalb freut sich die Lebenshilfe heuer wieder Bewohnerinnen und Bewohnern des Landkreises Nürnberger Land zusammen mit namhaften Gästen aus Wirtschaft und Politik zum Sommerfest am 11. Juli 2026 zwischen Moritzberg-Werkstätten und Förderzentrum begrüßen zu dürfen. Eine “echte Herzensangelegenheit für uns”, so Jürgen Six, der die Lebenshilfe Nürnberger Land zusammen mit seiner Stellvertreterin Martha Fischer und den fünf Fachvorständen auf einem guten Weg sieht und – ganz im Sinne der Inklusion – nicht nur zu Feierlichkeiten herzlich nach Lauf/Schönberg einlädt.