Hygienekonzept – Lebenshilfe-Kitas gut gerüstet

Spielerisch Hygiene lernen, zum Beispiel das Lied "Happy Birthday To You" dreimal singen. Dabei die Hände gut einseifen.

Im September hat auch in den drei Inklusiven Lebenshilfe-Kitas Hersbruck, Rollhofen und Röthenbach a. d. Pegnitz das neue Krippen- und Kindergartenjahr begonnen. – Eine Herausforderung für Kinder, ihre Eltern und Erzieherinnen. Denn jetzt, nach den Sommerferien, gelten eine Reihe neuer Bestimmungen.

Trotz Corona-Pandemie und steigender Infektionszahlen, werden Eltern ihre Kinder in der Eingewöhnungs- bzw. Anfangsphase in die Krippe und Kitas, begleiten können.

Interview mit Fachbereichsleiterin Barbara A. Kohl

Im Gespräch: Barbara A. Kohl, Fachbereichsleiterin Inklusive Kindertagesstätten/Inklusive Kinderkrippe

Allein in den drei Inklusiven Kitas der Lebenshilfe Nürnberger Land werden mehr als 30 „neue“ Kinder erwartet. – Wir haben bei Barbara A. Kohl, Fachbereichsleiterin Inklusive Kindertagesstätten, nachgefragt, wie unter den coronabedingten Umständen der Kita-Alltag und die Eingewöhnung der neuen Kinder, aussehen soll.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit braucht Nähe

Symbolfoto / Kita / Kinderhände - Lego / freies Foto Pixabay

Frau Kohl, wie meistern Ihre Kolleg*innen in den drei Inklusiven Kitas unserer Lebenshilfe Nürnberger Land in Corona-Zeiten den Start des neuen Kita-Jahres?

An einer Eingewöhnung sind viele Personen beteiligt, denn wenn ein neues Kind in die Kita kommt, hat dies auch immer Einfluss auf die bestehende Gruppe. Aus diesem Grund wollen wir auch in Zeiten der Corona-Pandemie alle Kinder in die Eingewöhnungsphase einbinden.

Einerseits brauchen die Kinder die Begleitung einer vertrauten Bezugsperson, anderseits gilt nach wie vor eine Reduzierung von Kontakten bzw. die Nachvollziehbarkeit von Kontakten als auch die Einhaltung unseres einrichtungsspezifischen Hygienekonzeptes. Auf jeden Fall suchen wir mit allen Familien ein jeweils passendes individuelles Vorgehen. Uns ist es wichtig, dass Eltern weiterhin ihr Kind bei der Eingewöhnung unterstützen.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern braucht auch eine gewisse Nähe.

Viele kleine Eltern-Kind-Zeiten

Wie kann man sich denn die Kita-Eingewöhnungsphase vorstellen?

Unsere Eltern dürfen die Kita nur mit einer Nase-/Mund-Bedeckung besuchen. Die Maske behalten die Eltern während ihrer Hospitation auf.

Wir haben in allen unseren Kitas die Eingewöhnungszeiten gestaffelt. Das heißt, die Einheiten der Eltern-Kind-Zeiten sind so abgestimmt, so dass sich die neuen Kinder und deren Eltern jeweils einzeln in den Kindergartenalltag einfinden.

Eine stringente Einhaltung von Abstandsregeln im Kita-Alltag wird aber sicherlich nicht möglich sein. Wir haben dahingehend aber alle Gruppen entsprechend den räumlichen und personellen Ausstattungen der Einrichtungen vor Ort individuell angepasst.

Symbolfoto / corona / maske / covid19 / freies Foto Pixabay

Masken

Apropos individuell. Wie halten es die Erzieherinnen oder Therapie-Kräfte mit dem Tragen von Masken?

Der Leitfaden zum Umgang mit Kindern mit Erkältungssymptomen in der Kindertagesbetreuung vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gibt genau vor, in welcher Stufe und in welchen Situationen die Mitarbeiterinnen Masken tragen müssen.

Allein aus pädagogischer Sicht ist es für Kita-Kinder, also für deren Entwicklung nicht empfehlenswert, dass unsere Erzieherinnen ständig Masken tragen. Masken decken wesentliche Teile des Gesichts ab und lassen die Mimik von Menschen nicht oder kaum erkennen. Selbst Erwachsene tun sich schwer, die Gefühle des Gegenübers richtig zu interpretieren. Unsere Kinder müssen dies noch lernen.

Externe Dienste, wie Therapeuten oder Heilpädagogen, sind ins Hygienekonzept eingebunden. Sie betreten die KiTa z.B. über einen separaten Eingang und halten sich nach Möglichkeit nur in den Behandlungsräumen auf. Das therapeutische Angebot soll dem Bedarf entsprechend weiterhin angeboten werden.

Fallzahlen?!

Frau Kohl, haben Sie in Ihrem Hygiene-Konzept auch einen Leitfaden für die Kita-Praxis, wenn sich die Fallzahlen im Landkreis erhöhen sollten?

Sollte sich die Zahl der Corona-Infektionen im Herbst wieder erhöhen, soll für alle Bayerischen Kitas ein Drei-Stufen-Plan greifen. D. h., bereits ab 35 Infektionen pro 100.000 Einwohner werden auch unsere Kitas wieder in einen eingeschränkten Betrieb gehen.

In den inklusiven Kindertagesstätten der LEBENSHILFE sind wir in der glücklichen Lage, von vorneherein mit kleineren Gruppen zu arbeiten, so dass wir möglicherweise Einschränkungen nicht so massiv spüren.

So können wir versuchen, eine stabile Betreuungssituation anzubieten.

Bei über 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner soll es dann wieder nur Notbetriebe geben. – Die Entscheidung liegt stets beim Gesundheitsamt, das das lokale Geschehen im Blick hat.

Abstand und Hygiene

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Was ist aus Ihrer Sicht außerdem wichtig, wenn das neue Kita-Jahr jetzt startet?

Der Kita-Regelbetrieb wird allen Seiten sehr viel Disziplin abverlangen.

Kinder, die sich mit dem Corona-Virus infizieren, zeigen oftmals keine typischen Symptome. Dieses potenzielle Risiko bleibt eine Herausforderung für alle.

Entscheidend sind zudem Vertrauen und Verantwortung aller Beteiligten, d. h. aller Mitarbeiter, wie auch unserer Eltern. Eltern tragen Verantwortung, indem sie offen gegenüber der Kita mitteilen, ob sie ggfs. Kontakte zu infizierten Personen hatten.

Wir sind zuversichtlich und freuen uns auf das neue Kita-Jahr 2020/2021. Dennoch, bei allen Hygienemaßnahmen bleibt ein Restrisiko.

Herzlichen Dank für das sympathische und sehr informative Gespräch.

Interview: Sabine Schreier

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