Außenwohngruppe Lauf feierte Jubiläum

Vorstand und Geschäftsleitung gratulierten der AWG Lauf zum 10jährigen Jubiläum mit einem Apfelbäumchen.

Vorstandsgremium und Geschäftsleitung gratulierten der Hausgemeinschaft zum zehnjährigen Geburtstag mit einem Apfelbäumchen. Suchten gleich einen geeigneten Platz für das Geschenk: Jeremy Schön und Norbert Wiesner, Bewohner der Außenwohngruppe Lauf.

Britta Kohl ist Bewohnerin der ersten Stunde

„Ich finde es sehr schön, hier in der Außenwohngruppe in Lauf zu leben“, erzählt Bewohnerin Britta Kohl. Mit Ende Dreißig ist sie vor zehn Jahren ins Anwesen in der Luitpoldstraße der Lebenshilfe Nürnberger Land eingezogen. (vgl. u., Ausschnitt Pegnitz-Zeitung, 2009). Britta Kohl ist „Bewohnerin der ersten Stunde“, wie fast alle der acht Bewohner. Jeder der Bewohner hat ein eigenes Zimmer und ist dafür selbst verantwortlich. – Genau das hat Britta Kohl von Anfang überzeugt, in einer Außenwohngruppe zu leben. Auch, dass sie hier sehr selbstbestimmt leben kann, aber auch Unterstützung erhält. "Wenn wir im Fitnessstudio trainieren, begleitet uns immer eine ehrenamtliche Mitarbeiterin." (Foto Anmeldung im Studio: Bewohner, v.l. Bianca Egeter, Britta Kohl, Norbert Wiessner und Stephanie Krompholz mit ehrenamtlicher Mitarbeiterin der Lebenshilfe).


Selbstständig im Alltag

Sylvia Castaldi beim Training im Fitnessstudio Scala.

Die Außenwohngruppe (AWG) ist ein Wohnmodell, das erwachsenen Personen, die keine Vollzeitbetreuung benötigen, ermöglicht, ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Für Erwachsene mit Unterstützungsbedarf oft ein Weg in die Selbständigkeit, zu einem Leben in der eigenen Wohnung. In jedem Fall aber schätzen Bewohner, hier selbstbestimmt mit anderen in einer kleinen Gemeinschaft zu leben. Und längst gehören die Bewohner der AWG in Luitpoldstraße zur Nachbarschaft. Norbert Wiesner mag den Kontakt zu den Nachbarn. Und auch Einkaufsmöglichkeiten sind praktisch gleich ums Eck. Gleich über die Straße ist auch das Fitnessstudio Scala. Hier trainieren alle Bewohner einmal die Woche.

Wer mag, kann sich abends nach der Arbeit auch in sein Zimmer zurückziehen oder selbst etwas unternehmen. Doch wie Bewohnerin Sylvia Castaldi (Foto, beim Training), mögen alle Bewohner hier die Gemeinschaft besonders. "Man ist nie allein, immer unter Freunden", sagt die junge Frau, die mit dem Downsyndrom geboren wurde und ergänzt: „Wir kaufen zusammen ein, kochen nach der Arbeit zusammen und gehen auch mal miteinander spazieren.“ Welche Ämter der einzelne Bewohner inne hat, was erledigt werden muss, wird miteinander besprochen. Denn alle Bewohner sind berufstätig. Entweder in der nahen Werkstatt für Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe Nürnberger Land, den Moritzberg-Werkstätten in Lauf-Schönberg oder sie sind in einem so genannten „Außenarbeitsplatz-Verhältnis“ beschäftigt. Haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter unterstützten die Bewohner im Alltag.

Grillabend

Bei einem gemütlichen Grillabend feierte die Lebenshilfe-Familie das zehnjährige Jubiläum der kleinen Laufer Wohngemeinschaft. Ehrensache für alle Bewohner war, bei der Bewirtung ihrer Gäste selbst mit anzupacken, wie beispielsweise Jeremy Schön, der zusammen mit Norbert Wiesner am Grill stand. Beim Fest erzählte jeder der Bewohner eine kleine Anekdote rund um die Jubiläums-Außenwohngruppe. Ein kurzweiliger Abend, den Bewohner und deren Familien, Mitarbeiter, Vorstandsgremium und Geschäftsleitung sichtlich genossen. (Bildergalerie)

Herzliche Glückwünsche zum zehnjährigen Jubiläum überbrachten Vorstand und Geschäftsleitung und gratulierten der Hausgemeinschaft mit einem Apfelbäumchen. „Wir freuen uns schon auf die Ernte“, dankte Hauschefin Sonja Düll. Sie leitet seit zehn Jahren die Wohngemeinschaft „mit umsichtiger und kaum spürbarer Führung“, lobte Vorsitzender Gerhard John.

Wissenswert

Nach der AWG Hersbruck (Eröffnung 2004) und der inzwischen aufgelassenen AWG in Rückersdorf, eröffnete die Lebenshilfe im Sommer 2009 die AWG Lauf. Weitere Wohnangebote dieser Art plant die Lebenshilfe bereits, denn die Nachfrage ist groß.