Erfolgreiche Gürtelprüfung

Stolz halten Norman Seidel, Roland Hofmann, Walter Philipp, Matthias Sitzmann, Heike Neumann, Jan Sommerer und Matthias Voit ihre Urkunden in die Kamera.

Stolz halten Norman Seidel, Roland Hofmann, Walter Philipp, Matthias Sitzmann, Heike Neumann, Jan Sommerer und Matthias Voit ihre Urkunden in die Kamera. Um ihren Bauch tragen sie nun einen weiß-orangefarbenen Karate-Gürtel. Seit fast fünf Jahren trainieren die Teilnehmer der Lebenshilfe Nürnberger Land beim Laufer Karateverein Funakoshi.

Frauenpower: Heike Neumann findet Karate toll

Heike Neumann nimmt stolz die Urkunde nach der erfolgreichen Gürtelprüfung entgegen.

„Ich bin sehr stolz auf diesen Gürtel“, erzählt Heike Neumann (Bild bei Urkundenübergabe). Heike Neumann, sie wurde mit dem Down Syndrom geboren, große Leidenschaft gilt dem Theaterspiel beim Ensemble mimulus – ein Angebot zur Persönlichkeitsbildung der Moritzberg-Werkstätten. Hier arbeitet Heike Neumann seit vielen Jahren in der Produktion. Doch Heike Neumann schätzt Neues, mag Herausforderungen, wie sie erzählt. Eher zufällig ist sie zum Karate gekommen und seither als einzige Frau in ihrem Team begeistert dabei: „Karate ist anstrengend und entspannend zugleich für mich.“ Am meisten aber schätze sie, dass im Verein alle ohne Wenn und Aber dazugehören: „Wir fühlen uns im Verein richtig wohl.“ 

Karate nimmt alle mit

Funakoshi-Vorsitzender Daniel Gries hat für seine Karateschüler mit geistigem Handicap eine Kata für Menschen mit Behinderung entwickelt.

Karate ist eine Kampfkunst, die alle mitnimmt heißt es. Man sagt, Karate beginnt mit Respekt und endet mit Höflichkeit. Das wohlwollende Miteinander von allen Menschen ist Philosophie dieses Sports und wird von allen Mitgliedern des Karatevereins Funakoshi gelebt. Und so hat Funakoshi-Vorsitzender Daniel Gries für seine Karateschüler mit geistigem Handicap eine „Kata für Menschen mit Behinderung“ entwickelt.

Kata ist ein Karate-Begriff und bedeutet so viel wie eine feste Abfolge von Bewegungen. Karateschüler zeigen bei ihrer „Gürtelprüfung“ eine erlernte Kata, also eine Technik und beweisen sich üblicherweise zusätzlich im Kampf, dem Kumite. „Die Lebenshilfe-Gruppe zeigt bei Turnieren ausschließlich den ‚Kata-Teil‘“, so Gries.

Die erfolgreiche Gürtelprüfung hat die Teilnehmer, die Karatekas, beflügelt. „Unser Karate-Trainingstag bleibt eine feste Freizeitgröße“, ist sich das Team der Wohnstätte einig. Trainiert wird die Lebenshilfe-Gruppe von Daniel Gries und Gitti Kraußer: „Wir freuen uns, dass die Bewohner der Lebenshilfe-Wohnstätte sich bei uns wohlfühlen und den Spaß am Karate mit uns teilen. Das Lebenshilfe-Team gehört zu uns, zum Verein.“ Trainer und andere Mitglieder sind überzeugt, dass Karate sich besonders gut für Menschen mit Behinderung als Sportart eignet. Im Glauben an diese Kampfkunst sei nichts unmöglich. Es komme immer auf den Geist und den Willen des einzelnen Teilnehmers, des Karatekas, an.