Ein lange aufgeschobenes Familientreffen

Mitgliederversammlung 2022

Bisher und zukünftig im Einsatz für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung: MdL Norbert Dünkel, Helmut Loos, Kurt Sägmüller, erster Vorsitzender Gerhard John, Isabelle Müller, Günther Spieß, Waltraud Schneider, Fritz Körber, zweiter Vorsitzender Jürgen Six, Jörg Fritsch, Klaus Hähnlein, Andres Kurzer und Geschäftsführer Dennis Kummarnitzky.Bisher und zukünftig im Einsatz für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung: MdL Norbert Dünkel, Helmut Loos, Kurt Sägmüller, erster Vorsitzender Gerhard John, Isabelle Müller, Günther Spieß, Waltraud Schneider, Fritz Körber, zweiter Vorsitzender Jürgen Six, Jörg Fritsch, Klaus Hähnlein, Andres Kurzer und Geschäftsführer Dennis Kummarnitzky.

 

Mitgliederversammlung und Wahlen bei der Lebenshilfe

Nach zweijähriger Pause lud die Lebenshilfe Nürnberger Land in die Karl-Diehl-Halle in Röthenbach zur Mitgliederversammlung ein. Wegen der Gefahren der Pandemie und Fürsorge für die besonders schutzbedürftigen Menschen mit Behinderung wurden auch die Wahlen von Vorstand und Beirat erst jetzt nachgeholt – mit überwältigender Bestätigung der Kandidaten.

“Was eine Familie ausmacht, ist Einigkeit und Gemeinschaft”, so Gerhard John noch kurz vor dem ersten geheimen Wahlgang, zu der er sich seit 1996 zum siebten Mal erneut stellte und kurz darauf auch einstimmig die Bestätigung der Anwesenden erhielt. Wie John wurde ebenfalls Jürgen Six wieder zum zweiten Vorsitzenden gewählt und unter Aufsicht des Notars Hans-Hermann Weser gleichermaßen und mit überwältigender Mehrheit die bisherigen Vorstände: Martha Fischer, Isabelle Müller, Günther Spieß und Birgit Topp. Neu ins Team wurden die zwischenzeitlich kooptierten Gremiumsmitglieder Unternehmer Helmut Loos aus Ottensoos und Unternehmer Andreas Kurzer aus Neunkirchen am Sand gewählt.

“Die Lebenshilfe ist eine große Familie”, betonte erster Vorsitzender Gerhard John bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Auch wenn er das nicht täte, die anwesenden Vereinsmitglieder – vor allem Eltern, Mitarbeiter und Kollegen – hätten es sich gedacht, als sie sich erst nach mehr als zwei Jahren wieder zur ordentlichen Mitgliederversammlung trafen. Spätestens als mit Helga Elterlein, die stellvertretende Sprecherin "Wohnen und Senioren", forsch aber freundlich die Gäste begrüßte, wurde allen noch wärmer ums Herz. Ins Schwitzen hätte man dann aber nicht nur des Wetters wegen kommen können, auch in Anbetracht der vielen sich zugetragenen Entwicklungen bei der Lebenshilfe Nürnberger Land – vor allem wegen des Wortes mit “C”: Covid. Aber diese fünf Buchstaben verbat sich der zweite Vorsitzende Jürgen Six bei seinen Grußworten sogleich. Und trotzdem drehte sich folgend alles um dieses Thema.

Oberstes Bestreben der Lebenshilfe war und ist die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen sozialen Bereichen der Gesellschaft. Die Förderung vom jungen bis zum alten Menschen und dabei die Eingliederung im ersten Arbeitsmarkt und das selbstständige Leben stehen ganz oben auf dem weiten wie steinigen Weg der Inklusion. Durch den demografischen Wandel und Wohnungsmangel leiden Benachteiligte aber nicht erst seit der Pandemie ganz besonders. Das Ambulante Unterstütze Wohnen (AUW) wurde daher zu einer der am stärksten wachsenden Einrichtungen der Lebenshilfe Nürnberger Land. Themen wie die “begleitete Elternschaft”, Wohnungsbeschaffung und allgemein das Älterwerden der Betreuten machte sich das Vorstandsgremium daher in den letzten Jahren zur Chefsache.

Herausforderungen als Chance

“Überraschend schnell und positiv”, so Geschäftsführer Dennis Kummarnitzky, sei “die Umsetzung von Homeoffice verlaufen”. In kürzester Zeit wurde in den Moritzberg-Werkstätten spiegelbildlich zur Gesellschaft genauso Homeoffice eingeführt. Die angestellten Menschen mit Behinderung erfuhren durch die zwischenzeitlichen Werksschließungen keinerlei finanzielle Einbußen. Schnell wurden alle möglichen industriellen Arbeiten nach Hause verlegt: ins Wohnheim oder die Förderstätten in Lauf, in die Außenwohngruppen in Hersbruck oder die Appartements der Inklusiven Wohnwelt nach Altdorf. Und während die Tätigkeiten so auf neuen Wegen weiter liefen, so wurde in der Interdisziplinären Frühförderung durch ein bayernweit einmaliges Hygienekonzept die Förderung für Klein- und Vorschulkinder aufrecht erhalten, was ebenso schnell durch das innovative Homeschooling-Konzept für die schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen im Dr. Bernhard Leniger Förderzentrum gelang.

“Nur durch beständige und verlässliche Partner”, dabei erwähnte Gerhard John vor allem Sparkasse, Raiffeisenbank, Stiftung Nürnberger Versicherung und viele großherzige Spender im Landkreis, “dürfen wir unsere Finanzen trotz harter Einbußen als solide ansehen”. Diesen Eindruck bestätigte MdL Norbert Dünkel – ehemals langjähriger Geschäftsführer und unersetzliches Mitglied der Geschäftsleitung und Stiftungsratsvorsitzender. Die Lebenshilfe Nürnberger Land untersteht seit seiner Tätigkeit der alljährlichen strengen Prüfung des Kommunalen Prüfungsverbands. Ein Garant dafür, dass der Verein ordentlich, korrekt und einwandfrei wirtschaftet. Dünkel steht damit mit seinem über 30-jährigen Jubiläum als “Lebenshelfer” für eben jene Kontinuität, die für das inklusive Schaffen, für die Durchsetzung von Teilhabe und Abschaffung von Barrieren so essentiell ist. So war es für den rein ehrenamtlich agierenden Vorstand an diesem Nachmittag nicht nur ein weiterer Punkt auf der Agenda, dass langjährige Unterstützer des gemeinsamen Schaffens zu der Ehre kommen, die sie verdient haben.

Ehre, wem Ehre gebührt

Klaus Hähnlein, Altbürgermeister von Schnaittach und Bezirksrat a. D., und Fritz Körber, ebenfalls Altbürgermeister von Schwaig und Bezirksrat a. D., wurden von Vorstandsgremium und Mitgliederversammlung einstimmig zu Ehrenmitgliedern ernannt. Eine Ehrung, die beide Herren nicht nur sichtlich rührte, sondern jeweils zu bemerkenswerten Dankesreden einlud: ihren jeweiligen Weg im Dienste der Menschen mit Behinderung Revue passieren zu lassen. Nicht weniger gerührt – und mit ihr alle Anwesenden – war die scheidende Vorständin Waltraud Schneider, die als Gründungsmitglied bereits seit 1969 entschiedene und entscheidende Lebenshelferin ist. Gedacht wurde in diesen Momenten der Ehre auch bemerkenswerten Persönlichkeiten, die in den vergangenen Jahren von uns gingen: dem Ehrenvorsitzenden Gerhard Neumann, dem langjährigen Vorstandsmitglied und Bürgermeister a. D. Günther Steinbauer und dem Lebenshilfe-Gründungsmitglied Günther Lang.

Aber trotz allen Wehmuts ginge das Leben “wieder los”, bewies der wiedergewählte und umso stolzere erste Vorsitzende und verlas von einem eingereichten Zettel kurzerhand: “Vier mal Gold, 19 Ehrungen”, die Angestellte mit Handicap der Moritzberg-Werkstätten gerade bei den Special Olympics in Regensburg und Berlin gesammelt hätten. “Und der Club hat jetzt auch noch 2:0 gewonnen!”. So sieht Inklusion aus: Ob mit oder ohne Behinderung – die Lebenshelfer der Lebenshilfe Nürnberger Land machen da keinen Unterschied.

 

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